
Typisch Babst. Ein Zufalls-Rebell.
* 15.03.1963 in Bochum
Gerade mal 5 Jahre alt und schon hatte er die erste eigene Kamera in der Hand. Ein Geschenk des Vaters. Wer so aufwächst, entdeckt das Leben anders. Es ist ein Leben in Momenten. Eines, das den Blick schärft für das, was sich im nächsten Augenblick unwiederholbar verändert. Rüdiger Babst wurde zum „Lebensfotograf“.
Ohne Kamera unterwegs zu sein, ist für ihn undenkbar geworden. Es ist dann auch die Fülle an Momenten, die er von seinen Reisen und seinen Aufträgen mitbringt, die wohl „typisch Babst“ sind. Babst-Fotografien nehmen die Betrachter mit. In Stimmungen, in die Geschichte eines einzigartigen Augenblicks. Nichts wird inszeniert. Es ist das Leben selbst, das sich kunstvoll offenbart. Mit all seinen Protagonisten, mit dem besonderen kurzen Lichtmoment auf ein Stück Natur. Und noch etwas spielt hinein: sein nahezu rebellisches Abweichen von der fotografischen Norm, er gibt dem Zufall immer eine Chance.
Die Frage nach „einem wirklich guten Foto“ ist für ihn schwer zu beantworten. Es liegt eben im Auge des Betrachters. Rüdiger Babst selbst sagt dazu: „Für mich erfüllen nur ganz wenige meiner Fotos diese Kriterien - die persönliche Messlatte muss hoch liegen, um sich weiterzuentwickeln.“ Und doch hat er sie, seine Lieblingsfotos. In der Mehrheit sind es Fotos von Menschen, die den Fotografen, wenn auch nur kurz, in die Seele blicken lassen. Sie halten Emotionen fest. Aber genau das, hat er ja ein Leben lang geübt: diesen einen Augenblick zu erkennen und in einem Foto festzuhalten.
Vielleicht ist es auch genau das, was seine Kunden an ihm schätzen: sich selbst vollkommen unerwartet und neu zu entdecken, jenseits eines aufgesetzten Fotolächelns. Rüdiger Babst fotografiert nicht, er erfühlt. Um das zu können, zieht er es auch vor, mit seinen Auftraggebern raus zu gehen. Frei von Studiowänden und perfekter Ausleuchtung. Es ist ein hin zum perfekten, freien Moment der eigenen Persönlichkeit. Selbstredend das so jeder Auftrag eine neue spannende Aufgabe für ihn ist.
Jetzt hat er auch die Zeit dazu. Er nimmt sie sich, nach einem erfolgreichen bisherigen Leben als Ingenieur. Es wird Zeit für „mehr Emotionen“ sagt er. Auch, wenn er dabei auf perfektes Technik-Knowhow nicht verzichten möchte. Und sei es auch die Pixelschärfe.